Da sind wir nun am südlichsten Punkt unserer Reise angelangt: In Punta Arenas.
Die Stadt ist an einen Hügel gebaut. Von oben hat man einen herrlichen Blick über den Hafen und über die Magellanstrasse bis nach Feuerland. Wir haben von hier aus mit einer kleinen Fähre einen Abstecher nach “Tierra del Fuego” (Feuerland) gemacht. Dort ist es sehr ländlich und es gibt nicht nur wenige Unterkünfte und Verpflegungsmöglichkeiten. Mit der Überquerung der Magellanstrasse ist für mich ein Jugendtraum in Erfüllung gegangen!
Die Magellanstrasse ist nicht an jedem Tag so friedlich wie auf den Bildern. Das Wetter ändert oft rasch und es können innert kürzester Zeit Orkanböen entstehen. Wir haben das bei unserer Überfahrt nach Feuerland in bescheidenerem Masse erlebt, wir hatten Windstärke 7. Die zahlreichen Wracks welche die Magellanstrasse säumen sind Zeugen von weniger erfolgreichen Durchquerungen der Verbindung Atlantik – Pazifik. Seit der Eröffung des Panamakanales hat diese Passage an Bedeutung verloren. Mit dem aufkommenden Kreuzfahrttourismus sind aber wieder häufiger grosse Schiffe in Punta Arenas anzutreffen.
Etwa 70 km von Punta Arenas entfernt ist eine grosse Kolonie von Magellanpinguinen. Ein Besuch lohnt sich unbedingt. Die putzigen Kerle sind gar nicht menschenscheu und marschieren ungestört an den Besuchern vorbei, oder räkeln sich in der Sonne. Die Jungen sind schon fast erwachsen. Im März löst sich die Kolonie auf und die Tiere migrieren für den Winter in den Atlantik und kehren erst im September wieder hierher zum Brüten zurück.
Uns hat die Weite der Pampa hier gehörig beeindruckt. Nur wenige Kilometer hinter Punta Arenas kann man stundenlang über Schotterpisten rattern ohne ein Dorf, oder auch nur ein Haus zu sehen. Es herrscht eine tiefe Stille nur der Wind ist ein ständiger Begleiter.
Von Puerto Nateles sind es etwa drei Stunden mit dem Auto in den Park “Torres del Paine”, den bekanntesten Nationalpark im Süden von Chile.
Hier unser Vehikel. Wir sind ja sonst eher die ökologisch orientierten Verkehrsteilnehmer. Aber für die hiesige Gegend ist das schon das geeignete Transportmittel. Kurz ausserhalb Puerto Natales sind die asphaltierten Strassen zu Ende und dann sind nur noch Schotterpisten anzutreffen. Zum Teil sind die Schlaglöcher so zahlreich und tief, dass man glaubt kurz zuvor wäre ein Streubomben Einsatz gewesen. Nun wie man sieht hat die Nummer schon etwas gelitten.
Die Bergkette ist unglaublich eindrücklich. Klar haben wir in der Schweiz auch Berge, aber der Unterschied hier ist, dass diese Schneeberge aus der Ebene herausragen. Typisch für Patagonien ist auch das Wetter: innert einer Stunde erlebt man alles von Sonnenschein über Sturmböen und Platzregen.
Zwischen den Bergen liegen grosse Seen. In einen, den Lago Gray ergiesst sich der Gray Gletscher. Mit einem Schiff kann man an die Abbruchstelle fahren. Der Gletscher ist ein Stück kleiner als der Pio XI den wir schon besucht haben, aber das kleine Schiff fährt viel näher heran. Es ist sehr eindrücklich das Farbenspiel im Eis bewundern zu können. Es ist nur schade, dass der Gletscher in vielleicht zehn bis zwanzig Jahren verschwunden ist!
Zum Glück hat es aber heute noch etwas Eis. So kann das chilenische Nationalgetränk, der Pisco Sour, mit Gletschereis genossen werden.
Hier noch ein Beispiel des chilenischen Humors. Das Schild am Ufer des Lago Gray weist darauf hin, dass hier baden verboten ist. Im Hintergrund sieht man die Eisberge im See treiben…
Wer Punta Arenas erreichen will, kann dies nicht über Land, da keine durchgängige Strasse (auf chilenischem Gebiet) von Nord nach Süd existiert.
Mit dem Flugzeug ist das bequem möglich, aber es gibt eine viel interessantere Möglichkeit.
Jede Woche montags läuft in Puerto Montt eine Fähre nach Puerto Natales aus.
Die Fahrt dauert vier Tage, von Montag Nachmittag bis Donnerstag Mittag. Unser Schiff, die “Evangelistas” transportiert neben einer stattlichen Anzahl Lastwagen, mit Güter nach Punta Arenas, auch circa 200 Passagiere. Der kleinste Teil davon sind Chilenen. Die meisten sind Touristen aus Europa, Australien und den USA.
Die Reise hat drei Abschnitte: zwischen dem Festland und der Insel Chiloé und durch einige Kanäle nach Süden, im zweiten Teil im offenen Pazifik und zuletzt wieder durch die Kanäle Patagoniens.
Die Zeit vergeht schnell, fast zu schnell. Am Morgen ist immer eine Information über die Reiseroute des Tages (je nach Wetter können Abweichungen von Standardprogramm vorkommen). Über den Tag verteilt sind Dokumentarfilme und Referate passend zu den Highlights des Tages.
Der erste Abschnitt ist beschaulich. Die Kanäle sind breit und die Fahrt ist ruhig. Wir gewöhnen uns ans Bordleben: Frühstück um 08:00, Mittagessen um 13:00 und Nachessen um 20:00. Das Essen ist wie auf dem Luxusliner!
Der Abschnitt im offenen Südpazifik lässt doch den Einen oder Anderen das Essen ausfallen, oder gar die Fische füttern…
Es ist wirklich ruppig, eine ziemliche Dünung trifft auf einen frischen Wind (Bft. 5-6), was das Schiff unangenehm rollen lässt. Der Spuk dauert etwa zwölf Stunden, dann schlüpft das Boot wieder in die Kanäle und alle Passagiere tauchen wieder am Frühstückstisch auf.
Wir laufen Puerto Eden an, eine kleine Siedlung von 130 Einwohnern wirklich abgelegen. Diese Fähre ist die einzige Verbindung zum Rest der Welt.
Der Höhepunkt dieses Abschnitts ist aber ein Abstecher zum Gletscher “Pio XI”, welcher am Ende eines Fjords liegt. Schon bevor man den Gletscher sieht
bemerkt man eine Veränderung in der Wasserfarbe. Das Blaugrau ändert in ein helles Blau. Der Gletscher kalbt direkt ins Meer. Das Schiff fährt bis etwa tausend Meter an die Abbruchstelle heran. Mit einem Schlauchboot wird Eis für die “Pisco Sour” in der Bar geholt. Das kann man sich nun wirklich nicht entgehen lassen, oder? Es ist unglaublich wie die Farbe des Eises sich mit dem Lichteinfall ändert. Von stumpfen blau, zu leuchtendem Türkis und Hellblau!
Am letzten Tag der Reise fahren wir durch die engste Passage der ganzen Strecke: “White Narrows”. An der engsten Stelle ist sie nur 80 Meter breit!
Das Schiff muss sich zwischen den Felsen durch winden. Wirklich ein spannendes Erlebnis.
Um die Mittagszeit treffen wir in Puerto Natales ein. Die Wetterverhältnisse sind nicht ideal, Regenschauer und Sturmböen erschweren das Anlegemanöver.
Nach zwei vergeblichen Versuchen bricht der Kapitän ab und fährt in den letzten Kanal zurück und wartet auf Wetterbesserung. Nach drei Stunden kreisen wagt er einen neuen Versuch, leider ohne Erfolg. Nach zahlreichen Anläufen gelingt das Manöver (mehr oder weniger Erfolg: eine Landungbrücke braucht einen neuen Spengler und einen neuen Anstrich). Mit fünf Stunden Verspätung haben wir wieder festen Boden unter den Füssen.
Eine erlebnisreiche Fahrt ist zu Ende.
Valparaiso ist die wichtigste Hafenstadt von Chile. Der Frachthafen prägt die Stadt unübersehbar. Rund um die Uhr werden Containerschiffe ent- und beladen.
Interessant ist der Gegensatz von Modern und Antik.
Und Antik sind die Aufzüge in der hügeligen Stadt definitiv! Um zu unserem Hotel zu gelangen nimmt man am Besten den “Ascensor Artilleria”, Baujahr 1893 (!!) mit einer Länge von 175m der Längste der Stadt. Die Aufzüge gehören zum UNESCO Weltkulturerbe.
Das Hotel hat neben den normalen Zimmern ein paar Appartements. Unseres ist ganz vorne mit einer Terrasse mit wunderbarem Blick über den Hafen.
Am Morgen liegt noch etwas Nebel über den Hügeln, und verzaubert die Stadt. Schon bald aber löst die Sonne den Nebel auf und der es beginnt ein neuer strahlender Sommertag.
Von einem der vielen Aussichtspunkte in den Hügeln der Stadt kann man dem Treiben im Hafen zuschauen. Langsam versinkt die Sonne hinter Viña del Mar und tausenden funkelnde Lichter gehen an.
Bald ist es soweit…
Wir werden nach Chile aufbrechen und das Land von Süden nach Norden “entdecken”. Mit dem Anbruch des neuen Jahres werden wir uns auf den Weg machen. – Ein Jugendtraum geht in Erfüllung.
Wenn es die Möglichkeiten gibt das Blog aktuell zu halten, werde ich euch über die Höhen und Tiefen der Reise auf dem Laufenden halten.
Daher: “stay tuned”

Ein Liebespaar ?
Es ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich, dass es sich hier um Adam & Eva aus der biblischen Geschichte handelt. Erst die Schlange unten rechts gibt den entscheidenden Hinweis. Die Plastik vermittelt den Eindruck von Zärtlichkeit und Liebe. Es ist erstaunlich, wie Gaudi mit den einfachen klaren Linien, ohne viele Details diese Stimmung erzeugen kann. Die überlebensgrossen Figuren sind an der “Sagrada Familia” in Barcelona zu finden.
Interessant ist auch, dass die Darstellung ganz ohne die übliche Baum & Apfel-Inszenierung auskommt. Es wird die Beziehung der Beiden in den Vordergrund gerückt.
Morgennebel über dem Hegau.
Der Nebel steigt aus den Tälern empor.
Nur für einen Augenblick ist die Stimmung so intensiv.
Kurz darauf wird alles vom Nebel überflutet und verschwindet in einer grauen Suppe.

Oftmals kann die selbe Landschaft, von genau dem gleichen Punkt aus gesehen,
sogar zur gleichen Tageszeit, so unterschiedlich scheinen.
Wie verschieden diese beiden Bilder auf unsere Stimmung wirken.

Zwei Orte, die fast nicht weiter entfernt sein könnten. Zwei Kulturen: Mingh Dynastie in China und keltisch/christlich in Frankreich, unterschiedlicher geht nicht. Oder?
Hier zwei Bilder die zeigen, dass es trotz aller kulturellen Unterschiede so etwas wie universelle Ideen gibt.
Die Deckenbalken („Engoulants“) in der Kirche, Notre Dame de Croas-Batz, in Roscoff sind an den Enden von Drachen getragen welche die Balken verschlucken.
Auf der anderen Seite der Erde in der verbotenen Stadt in Peking, ein Abschlussziegel auf einem Palastdach. Dieser Drache verschluckt die Firstziegel.

Erstaunlich, nicht wahr?

Die Kirche wurde im spätgotischem Stil erbaut. Die Granitsäulen des Renaissance-Glockenturms tragen die aufs Meer hinausragenden Steinkanonen.

Im Innern der Kirche fallen die Holztäfelung der Decke und die bunten Schnitzereien auf.
Auf der Unterseite der Deckentäfelung unterteilen sechs „Engoulants“- Balken, deren Enden durch Drachenmünder geschluckt werden, den Raum in rhythmischem Intervall. Die Balken sind durch spiralförmige Ornamente verziert. Jeweils in der Mitte der Balken sind Schnitzereien angebracht, welche das Profil des Mannes auf dem ersten Balken über der Orgel wiederholen. Zwischen den Balken des Mittelschiffs und entlang der Seiten verlaufen „Sablières“ (Friese aus Holz geschnitzt). Im XVI Jahrhundert wurde zwar die Art, wie die Kirche ausgeführt werden musste, von den Kirchenoberen vorgegeben, die Motive auf den „Sablières“ konnten von den Künstlern jedoch frei gestaltet werden. Bei genauer Untersuchung stellt man fest, dass verschiedene Künstler an diesen Friesen gearbeitet haben. Die Darstellungen zeigen lokale Persönlichkeiten.

Die aufwändige Renovation der Kirche wurde 2001 abgeschlossen.
Roscoff liegt an der Nordküste der Bretagne, Frankreich (Roscoff in GoogleEarth anzeigen) und ist durch die Fährverbindungen nach England und Irland bekannt (Fahrplan). Es lohnt sich aber das kleine Städtchen anzuschauen auch wenn man nicht plant mit der Fähre zu fahren. Die grauen, unverputzten Steinmauern der Häuser verbreiten eine spezielle Stimmung. Wenn am Himmel dann noch die schwarzen Wolken schnell vorbei ziehen und der böige Westwind Schauer durch die Gassen treibt, werden alle Klischees die man über die Atlantikküste hat wahr.
Der Fischereihafen beheimatet acht Krabbenfischerboote:


Die Krabbenfischer fangen ca 1500 Tonnen Krabben pro Jahr. Jedes Boot legt etwa achttausend Krabbenkörbe an verschiedenen Stellen aus und kontrolliert diese pro Fangfahrt.


















