Posts Tagged ‘Atacamawüste’
Von der Hafenstadt Antofagasta aus fahren wir in die Atacama-Wüste. Diese Gegend soll der trockenste Platz auf Erden sein, mit nicht messbaren Niederschlagsmengen.
Der Ausgangspunkt für die nächsten paar Tage ist San Pedro de Atacama. Das Dorf ist ziemlich klein und ganz auf den Tourismus ausgerichtet. Dank strengen Bauvorschriften hat es seinen ursprünglichen Charakter erhalten. Die Häuser sind alle im Adobe-Stil gebaut, also aus Lehmziegel und mit Holzdächern. Es liegt auf 2500 Meter über Meer in einer Hochebene an einem Salzsee.
Ganz in der Nähe von San Pedro ist das Valle de la Luna. Der Name rührt daher, dass es hier wie auf dem Mond ist. Karge Fels- und Geröllformationen wechseln sich mit riesigen Sanddünen ab. Es ist keine Pflanze und kein Tier zu finden. Am Schönsten ist das Gebiet bei Sonnenuntergang. Die untergehende Sonne verzaubert die tagsüber monoton erscheinenden Felsen in warmen Rot-, Braun und Ockertönen. Kaum ist die Sonne hinter den Bergen verschwunden sinkt das Thermometer um zwanzig Grad.
Der Salzsee, Salar de Atacama, erstreckt sich auf einer Fläche von 300 km2. Unter ihm sollen 40% aller Lithium Reserven der Welt liegen. Der See ist grösstenteils eingetrocknet, scharfkantige braun-weisse Schollen sind aufgebrochen und erstrecken sich bis zum Horizont. Eine lebensfeindlichere Umgebung kann man sich fast nicht vorstellen. Und doch bergen die Salztümpel reiches Leben. Kleinlebewesen, Krill, bilden die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Wasservögel wie zum Beispiel drei verschiedenen Flamingoarten.
Im Osten der Atacama-Wüste erheben sich die Anden steil aus der Hochebene. Ein Vulkan reiht sich an den andern. Viele von ihnen sind noch aktiv, mit Eruptionen die nur wenige Jahre zurückliegen. Ein Tagesausflug zu zwei Vulkanen, dem Miscanti und Miniques (beide über 5600 Meter hoch) führt uns auf über 4500 Meter. Hier ist die Luft schon ziemlich dünn und auf einer kleinen Wanderung geht uns die Puste schon bald aus. Es lohnt sich aber alleweil, das Bergpanorama und die tiefblauen Seen entschädigen uns für alle Anstrengung.
Am nächsten Morgen sind wir um 03:15 auf den Beinen (da soll noch einer von Ferien sprechen) und quälen unseren Pick-up über hundert Kilometer Schotterpiste in die Anden. Die Tatio Geysire sollen bei Sonnenaufgang am schönsten, sprich aktivsten sein. Leider hat es in der Nacht geregnet und dichter Nebel liegt über dem Talkessel. Es ist einfach nur kalt. Der Nebel friert am Auto an und wir haben das Gefühl wieder in der winterlichen Heimat zu sein. Mit etwas Geduld löst sich der Nebel auf und ein herrliches Vulkan-Panorama entfaltet sich. Die Geysire blubbern und spucken und die Sonne wärmt uns.
Der letzte Ausflug von San Pedro aus führt uns in Richtung Argentinien. Eine Hauptverbindung ins Nachbarland führt über einen Pass (über 4800 Meter über Meer) auf ein Hochplateau. Hier wurde ein Lavafeld von Wind und Sand abgetragen. Nur die härteren Gesteine hielten Stand. Es sind skurile Säulen von enormer Höhe stehen geblieben.
Auf dem Weg zurück ans Meer legen wir einen Halt in Calama ein. Die Stadt existiert nur weil die grösste Kupfermine der Welt hier ist: “Chuquicamata”. Das Loch das hier seit 1915 gegraben wird ist aus dem Weltraum zu sehen! Täglich werden 600´000 Tonnen Gestein abgebaut und das Kupfer daraus gelöst. Über 70% des weltweit abgebauten Kupfers stammt aus dieser Mine.
Hier ist alles in der Superlativen. Die grössten Bagger und die grössten Lastwagen. Da schlägt das Bubenherz höher. Wir können an einer Führung teilnehmen. Es ist beeindruckend die gigantischen Lastwagen an sich vorbei donnern zu sehen. Als Grössenvergleich: auf dem Bild sieht man einen “normalen” 40 Tönner der gerade mal bis zur Radnabe vom “grossen” Laster geht.
…und zum Schluss noch die junge Dame mit dem keck aufgesetzen Schutzhelm. Ich habe gehört sie werde diesen nun immer zur Arbeit tragen (wegen unzufriedenen Kunden und wenn der Chef mal einen schlechten Tag hat).







