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29th Januar
2009
written by Rolf
Chiloé aus der Luft

Chiloé aus der Luft

Nachdem wir uns von Patagonien verabschiedet haben fliegen wir von Punta Arenas nach Puerto Montt. Für die gleiche Strecke die wir in über einer Woche zurückgelegt hatten, braucht das Flugzeug gerade mal eindreiviertel Stunden. Der boomende Wirtschaftszweig in Chiloé sind die Lachs- und Muschelzucht. Auf dem Bild sieht man die riesigen Bojenfelder der Muschelzucht gut.

Chevy Pickup

Chevy Pickup

Also gut, das muss jetzt sein: Für all die Spötter die über meinen armen alten Pickup in Patagonien gelacht haben, hier die Antwort: 2 Tonnen Stahl aus Detroit, 3 Liter Maschine, 5000 PS (oder so). Ok, leider ist die Karre für die Ausstellung gebaut und nicht für die Sch(l)otterpisten Chiles. Nach einer Weile off-road leuchtet die “allgemeiner Motorfehler” Warnlampe auf…

Kirche von Tenaun, Chiloé

Kirche von Tenaun, Chiloé

Chiloé ist für die Holzkirchen berühmt. Es gibt ein gutes Duzend davon die unter dem Patronat des UNESCO Weltkulturerbe stehen. Es ist spannend zu sehen wie unterschiedlich die verschiedenen Kirchen sind. Einige sind total bunt angemalt, andere sehen eher mitgenommen aus. Eine die wir besichtigen wollten war so baufällig, dass sie nicht betreten werden konnte. Hier ein Link wo alle Kirchen beschrieben sind. (In Spanisch, aber die Bilder sind hübsch).

In der Kirche "San Francisco", Castro, Chiloé

In der Kirche "San Francisco", Castro, Chiloé

Die Grösste, und die mit dem schönsten Innenraum, ist die Kirche “San Francisco” in Castor. Unglaublich, alles im Innern ist aus Holz. Nicht nur die Gebäudehülle auch der Altar, die Kerzenleuchter. Alles! Die Kirchen haben einen ganz eigenen Geruch. Nicht nach Weihrauch oder so, es ist das alte Holz, vielleicht die Farben, so ein ganz eigener Geruch, speziell (so ähnlich wie ein altes Holzschiff) aber nicht unangenehm.

Bootswerft in San Juan, Chiloé

Bootswerft in San Juan, Chiloé

Die Kirchen stehen über die ganze Insel verteilt an ganz abgelegenen Orten, und sind meist nur über Schotterstrassen erreichbar. In einem ganz idyllischen Dorf, San Juan, das vielleicht fünfzig Einwohner zählt ist eine grosse Werft  ansässig. Die Werftarbeiter haben uns eingeladen das Einbauen einer neuen Planke an einem Fischerboot “mit zu erleben”. Schon spannend zu sehen, dass einerseits auf der ganzen Welt die selben Methoden für diesen Vorgang angewendet werden. Auf der anderen Seite ist es auch ganz unterschiedlich. Es gibt den “Jeffe” und sieben (!) Jungs die auf seine Anweisungen hin Arbeiten ausführen. Irgendwie undenkbar in unseren Breitengraden. Das ist uns generell aufgefallen, dass es überall sehr viel Personal für alles hat. Einen Beifahrer im Bus, die Einpacker im Supermarkt oder jede Menge Servierpersonal im Restaurant. Bei uns zu hause hat man all diese Rollen wegrationalisiert. Wohl nicht immer zum Wohle des Kunden.