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18th Februar
2009
written by Rolf
Valparaiso die Stadt der Hügel

Valparaiso die Stadt der Hügel

Ein Kreis hat sich geschlossen. Wir sind wieder in Valparaíso wo wir unsere Reise begonnen haben. Auf dem Weg in den Norden haben wir hier nochmals einen Zwischenstopp eingelegt. Wir sind wieder im “El Mirador” abgestiegen, es war ein wenig wie nach Hause zu kommen. Wir wurden schon fast familiär begrüsst und wir haben unser altes Appartement wieder bekommen (mit dem traumhaften Aussicht auf die Bucht).  Interessant ist, wie sich unser Blick in den sechs Wochen verändert hat. Als wir das erste Mal hier waren, war alles noch fremd und vieles haben wir nicht genau verstanden, nun aber betrachten wir die Stadt mit ganz anderen Augen.

Perro Callejero

Perro Callejero

Da wären zum Beispiel die Strassenköter oder wie die Chilenen sagen: “Perro Callejero”. Davon gibt es Millionen. Abends beginnt jeweils das grosse Konzert, es wird gekläfft was das Zeugs hält (was mit der Zeit wirklich anstrengend ist). Und dann sind da natürlich die “Hinterlassenschaften” die überall liegen und man muss wirklich aufpassen, dass man nicht dauernd in so einen Haufen tritt.

Micro-Bus

Micro-Bus

Aber im Konzert der Grosstadt spielen noch andere Instrumente: die unzähligen “Micro”, Kleinbusse die kreuz-und-quer durch die Stadt jagen. Am Anfang war es etwas verwirrlich für uns wie das genau funktioniert, da es weder Fahrpläne noch Haltestellen gibt. Aber wenn man den Dreh raus hat ist das die coolste Sache der Welt! Also: vorn an der Windschutzscheibe sind Strassennamen angeschrieben. Nun schaut man auf dem Stadtplan wo diese Strasse liegt (und nach ein paar Misserfolgen, sprich Irrfahrten, weiss man wie der Micro dorthin fährt). Dann steht man an den Strassenrand und winkt, und schon reisst der Fahrer eine Vollbremsung, man springt auf und bezahlt die 200-400 Peso (ca. 40-80 Rp) für die Fahrt. Je nach Temperament des Fahrers ist die Fahrt zwischen schnell und Wahnsinn. Der Zustand der Micros ist auch durchzogen: kreischende, sägende Getriebe und stinkende Kupplungen sind die Regel. – Aber wir sind immer sicher angekommen. Da ist der ÖV zuhause schon eher langweilig.

"La Sebastiana", Pablo Neruda

"La Sebastiana", Pablo Neruda

Dann wäre das Kulturelle: Pablo Neruda der grosse chilenische Dichter und Schriftsteller und Regimekritiker. Er ist 1973 gestorben (nur ein paar Tage nach dem Militärputsch). Das Haus ist heute ein Muesum. Die verschiedenen Zimmer sind mit einem Sammelsurium von Erinnerungsstücken gefüllt. Das Ganze schwankt zwischen “schräg” und Kitsch. Auf dem Bild ist die Bar zu sehen. Angeblich durfte nur Pablo dahinter stehen. Das Haus steht in einem hübschen Park mit einer phantastischen Aussicht über Valparaíso.

Museo al aire libre

Museo a cielo abierto

Auf einem (der 41) Hügel der Stadt ist ein Freilicht Museum wo verschiedene Künstler Wandmalereien, Mosaike und Plastiken erstellt haben.  Neben diesen “offiziellen” Kunstwerken findet man viele tolle Grafiti und Malereien in den verwinkelten Gassen und Stiegen.

Fischrestaurant

Fischrestaurant

Aber soviel Kunst und Kultur macht natürlich hungrig. Womit wir bei der Gastronomie gelandet wären. Hier ist es halt wie in jeder grossen Stadt wenn man in die Touri-Fallen tappt ist das Essen schlecht aber dafür teuer. Wenn man aber abseits der Touristenströme ein Lokal erwischt das mehrheitlich von den Einheimischen frequentiert wird, kann man für moderate Preise unglaublich gut essen und trinken! Christine kann es noch nicht ganz glauben, das dieses Fischchen wirklich für sie ganz alleine ist…. Noch ein Wort zum trinken. Was die Chilenen an Wein keltern muss einen Vergleich mit den europäischen Weinen wirklich nicht scheuen. Und wir haben nicht die super teuren Weine getrunken, sondern die bezahlbare Qualität. Also Preis-Leistung ist wirklich hervorragend.